Waisenkinder aus Namibia

Nicht immer sensibel und vorurteilsfrei ist über dieses Kapitel berichtet worden.

 

Hier alle Bücher und Dok-Filme zu dem Thema ->

Ankunft in der Fremde (Foto:Bundesarchiv)

Staßfurt - Windhoek - ein Dokumentarfilm

Sie hatten nur eine Woche Zeit sich von der DDR und Deutschland zu verabschieden, dann wurden Sie nach Namibia zurückgeflogen. Sie waren als Waisenkinder von SWAPO-Kämpfern vor mehr als 10 Jahren 1979 /80 in die DDR gekommen. Ihre Eltern hatten südafrikanische Bomben oder Schüsse in den Lagern der Befreiungskämpfer getötet. Die DDR gab den Kinder medizinische Hilfe und Schulbildung. Und später sollten sie auch eine Berufsausbildung erhalten. Doch soweit kam es für die meisten nicht. Die damalige namibische Regierung argwöhnte, sie könnten nach der Wende in der DDR, die dann schnell den Anschluss an den Westen anstrebte, weniger im Geiste ihrer Eltern erzogen und rassistischen Anfeindungen ausgesetzt sein. Sie sollten so schnell wie möglich zurück, ohne recht zu wissen wohin...Ein Film hat festgehalten, was sie vor und nach dem Flug dachten.

 

http://www.youtube.com/watch?v=VE68fPFW2Sg&feature=relmfu

 

http://www.docufilms.com/de/node/30735

 

http://www.zeit.de/2010/45/DOS-DDR-Kinder-von-Namibia

 

http://www.pitann.de/produktion/ossis.htm

Vielleicht auch eine Hoffnung für namibische Heimkinder in der DDR

DDR-Heimkinder sollen Geld erhalten, um medizinische und sozialrechtliche Folgen zu mildern -eine dapd Meldung vom 21.03.2012

(Zusammenfassung 12:46 Uhr) Für DDR-Heimkinder wird 40-Millionen-Fonds aufgelegt - Bund und Land teilen sich Kosten - Mittel sollen medizinische und sozialrechtliche Folgen mildern (Neu: mehr Taubert, mehr Einzelheiten)
Quelle: dapd, vom 21.03.2012 12:46:00


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Geschichte/Soziales/Heimkinder/DDR/Fonds/ZUS
 (Zusammenfassung 12:46 Uhr)
Für DDR-Heimkinder wird 40-Millionen-Fonds aufgelegt - Bund und Land teilen sich Kosten - Mittel sollen medizinische und sozialrechtliche Folgen mildern 

(Neu: mehr Taubert, mehr Einzelheiten) =

   Erfurt (dapd). Der Bund und die ostdeutschen Länder haben sich
auf Eckpunkte zur Entschädigung von DDR-Heimkindern verständigt.
Dazu werde ein Fonds über 40 Millionen Euro eingerichtet, sagte
Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD) am Mittwoch in
Erfurt. Dieser werde je zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert
und habe eine Laufzeit von fünf Jahren. Auf Thüringen entfallen
knapp 3,3 Millionen Euro. Anträge können ab Juli gestellt werden.

   Mit dem Geld sollen beispielsweise Medizin- und Pflegeleistungen
finanziert werden. Dazu zählten etwa die psychologische Betreuung
erlittener Traumatisierungen, aber auch erforderliche Behandlungen,
etwa durch Vernachlässigungen der Zahngesundheit. Zudem können
Heimbewohner Einmalzahlungen für ihre damalige Arbeitsleistung
erhalten. Damit sollen die oftmals nicht gezahlten Sozialbeiträge
abgegolten werden.

   In den Fonds soll je nach Bedarf jährlich eingezahlt werden. Eine
der Schwierigkeiten in den Verhandlungen sei es etwa gewesen, sich
auf die Ausstattung zu einigen, da anderes als beim Fonds für
westdeutsche Heimkinder die Kirchen nach gegenwärtigem Stand nicht
einzahlen werden, sagte Taubert.

   In Thüringen soll zudem die Beratung für Betroffene ausgebaut
werden. Derzeit sei dafür eine Stelle bei der Caritas eingeplant.
Künftig sollen es drei sein. Taubert betonte, es sei wichtig, die
Beratungsstellen unabhängig von den Anlaufstellen für SED-Opfer zu
führen. Als erstes Bundesland hatte Thüringen Taubert zufolge im
März 2010 eine entsprechende Stelle eingerichtet. Inzwischen hätten
sich dort mehr als 500 Betroffene aus allen neuen Ländern gemeldet.

   Taubert schätzte die Zahl der DDR-Heimkinder auf etwa 500.000.
Allerdings werden nicht alle einen Antrag auf Zahlung stellen. Wegen
der vielfach fehlenden Akten sei die Zahl der Kinderheime in der DDR
nicht mehr vollständig zu ermitteln. Allein für Thüringen rechnet
Taubert mit mindestens zehn sogenannten Jugendwerkhöfen für
besonders auffällige 14- bis 18-jährige Jugendliche.

   Am Montag soll in Berlin eine Studie zur Heimerziehung in der DDR
vorgestellt werden. Sie beleuchtet die Struktur, das Heimsystem
sowie die Erziehungspraxis. Dabei machte Taubert deutlich, dass es
nicht in allen DDR-Heimen Unrecht gegeben habe.

   dapd/jwu/kos /4
 211246 Mrz 12


Beispiel für einen Zeitungsbericht aus dem Jahre 2005

Die Ossies von Namibia
Über einen TV-Beitrag zur Aufarbeitung des Themas berichtete das Mecklenburg Magazin am 24. Juni 2005.
Die Ossis von Namibia 2005 SVZ Beilage.p[...]
PDF-Dokument [671.8 KB]

Literaturhinweis

Uta Rüchel: "Wir hatten noch nie einen Schwarzen gesehen."
Das Zusammenleben von Deutschen und Namibiern rund um das SWAPO-Kinderheim Bellin 1979 - 1990 [Broschüre]

(Landesbeauftragter für die Stasiunterlagen M-V/RAA M-V, 2001)
Über die offizielle Ausländerpolitik der DDR und den Umgang der Bevölkerung mit Ausländern wird in dieser Dokumentation der Bogen zu der Geschichte der namibischen Kinder im mecklenburgischen Bellin geschlagen. Neben der Auswertung von Akten wurden Beteiligte und Zuschauende aus der Zeit vor 1990 von der Autorin Uta Rüchel befragt. - kostenlos

 

[Taschenbuch] Sascha Wisotzki: Die Unterstützung der SWAPO von Namibia durch die DDR in den Jahren 1975 bis 1989 aus dem Grin Verlag (Oktober 2008), bei amazon eine Magisterarbeit aus dem Jahre 2002 der Humboldt-Universität zu Berlin (Institut für Afrika- und Asienwissenschaften)